Posen 1848

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Sorry for the long delay, I’ve had, and still have, a lot of letters to write, amongst other stuff.

I wonder how long since copies of these two books have sat together?
Don’t tell anyone butt I had to cut the pages on the military account, no doubt the resale value was affected, but books are intended to be read, and there’s a guilty pleasure in knowing that in 172 years I’m the first person to see those pages.

Trying to get a grip on what happened during the Polnisch Aufstand in Posen in 1848 is not easy.

Willisen’s account, which I read first (although it’s an answer to the military account) because I acquired it first, sounds perfectly reasonable, especially I imagine to modern ears more used to calls to freedom and anti-imperialism. Basically the Poles are just looking to get some autonomy back after years of double dealing and germanisation by the Prussians, and all they need is a little more time to gain trust before they disband the various armed groups that had formed. Rumours of atrocities by the Poles are of course just exaggerations or downright fabrications by the Germans and the Jews. Even before reading the military account though I must admit to wondering if Willisen was not being a bit naïve.

The military account takes the more cynical view that the Poles just want total control over the country, not the promised reörganisation, and that all the negotiations are just buying them time to build up arms and train their fighters. Looked at from the Army’s point of view the accusations of attacks and atrocities by the Poles also sound a lot more credible.
Looking at events later in the year, and subsequent centuries, I think the military might have had a point, but it’s hard not to have some sympathy for Poland.

See also:
Offener Brief an den Herrn Major von Voigts Rhetz
Denkschrift über die Ereignisse im Großherzogthum Posen seit dem 20. März 1848

The conclusion? I think I’ll leave it to the reader to decide who was in the right, I don’t want to get involved. It reminds me too much of us English and the Irish, and nobody wants to go down that road…

Preuß – Fritz, Buch für Jedermann

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Very pleased with my copies of “Die Lebensgeschichte des großen Königs Friedrich von Preußen“, or “Fridrich” if you go by the label on the spine… One of the source books that Carlyle used to write his history, and an author that he, unusually, had a good word for. Both volumes for under 50 quid.

It´s been rebound I think, but professionally and not recently, not at all bad for 1834.
I particularly like the instructions to the bookbinder at the front of the title page, which I presume should have been trimmed off;
Nachricht für den Buchbinder: die Vorrede wird mit dem zweiten Theilen ausgege(ben?)”
although the Vorrede is, logically, attached to the first book?

Nettelbeck und Gneisenau

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Als wir dort angekommen und unter sechs augen Waren, wandte sich der Hauptmann zu mir mit den Worten:

“Freuen Sie sich, alter Freund! Dieser Herr hier — Major von Gneisenau — ist der neue Kommandant, den uns der König geschickt hat“,

und zu seinem Gaste:

“Dies ist der alte Nettelbeck!“

Ein freudiges Erschrecken fuhr mir durch alle Glieder; mein Herz schlug mir hoch im Busen, und die Tränen stürzten mir unaufhaltsam aus den alten Augen. Zugleich zitterten mir die Kniee unterm Leibe; ich fiel vor unserm neuen Schutzgeist in hoher Rührung auf die Kniee, umklammerte ihn und rief aus:

“Ich bitte Sie um Gottes willen! verlassen Sie uns nicht: wir wollen Sie auch nicht verlassen, solange wir noch einen warmen Blutstropfen in
uns haben; sollten auch all unsre Häuser zu Schutthaufen werden! So denke ich nicht allein; in uns allen lebt nur ein Sinn und Gedanke: die Stadt darf und soll dem Feinde nicht übergeben werden!“

–Joachim Nettelbeck (gekürzte Fassung von Otto Zimmermann, 1906. Seite 258)

Schloß Monbijou – Amtlicher Führer

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Die Besessenheit für Schloß Monbijou geht weiter, ob als königlicher Palast oder Hohenzollern Museum.

Monbijou Guide

 

 

 

 

 

 

 

 

Es ist mir unglaublich, daß dieses Buch einst im Schloß war, und nur vor 90 Jahren. Es gibt Fotos, eine ausgearbeitete Beschreibung der Inhalte der einzelnen Räume, und einen schönen Grundriß.

Monbijou Grundriß

Die Herzogin von Sachsen-Meiningen

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289 Jahre später und ich lache immer noch laut über die Herzogin von Sachsen-Meiningen, wenn sie nur gewußt hätte…  Schön als ein jünges Mädchen, sei vorischtig!

Herzogin von Sachsen-Meiningen

 

Die Herzogin von Meiningen kam zuerst an; diese Prinzessin hatte drei Männer gehabt; den Herzog von Curland, den Markgrafen Christian Ernst von Bayreuth, und nun war sie Wittwe des Herzogs von Meiningen. In ihrer Jugend hatte sie sehr gefallen, und man hätte keine bessere Schauspielerin finden können, wie sie, besonders in Character-Rollen, die waren ihr angeboren.

Ihr rundes Angesicht und eine Dicke, die sie beinahe am Gehen hinderte, deuteten hinlänglich an, daß ihr die Freuden der Tafel die liebsten seien; sie betrug sich auf eine freche, gemeine Art; und obschon in die sechszig, war sie aufgeputzt wie ein junges Mädchen, dadurch ward sie noch lächerlicher; mit Edelsteinen bedeckt, und mit tausend Schnurrpfeiferien geschmückt, sah sie aus wie ein Festaltar.

Aus Memoiren der Königlich Preußischen Prinzessin Friedericke Sophie Wilhelmine Markgräfin von Bayreuth. (Leipzig 1887, Erster Band, S. 198-199).

Friedrich Wilhelm IV und die Berliner Bürgerwehr

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Herr Nobiling hätte sich gefreut (vielleicht war er), den König die Bürgerwehr in solche Art loben hören zu können, die Officieren waren vielleicht nicht so froh darüber…

Rede S. M an den Offizieren, 25. März 1848.

Ich freue Mich, wieder in Ihre Mitte zu sein. Es sind Gerüchte im Umlauf, als ob ich nicht ganz frei in meinen Entschlüssen wäre. Ich bin deshalb herüber gekommen und werde in der nächsten Woche mehrere Tage hier in Potsdam verweilen. Mein Erscheinen ist der beste Beweis des Gegentheils.

Außerdem bin Ich herüber gekommen, um mit Ihnen mich über etwas Anderes auszusprechen. Es sind in Berlin ebenfalls Gerüchte verbreitet, als ob unter den Truppen namentlich unter den Officieren eine Diversion beabsichtigt würde. Ich bitte Sie, sich aller Aeußerungen zu enthalten, erstens aus Liebe zu mir,zweitens aus Liebe zum Vaterlande, drittens um die Kraft nicht zu zertheilen, die wir gegen äußere Feinde nöthig haben möchten, wodurch leicht ganz Europa in Gefahr kommen könnte.
Alle meine Kräfte sind für das deutsche Vaterland jetzt in Anspruch genommen, in diesem entscheidensten Augenblicke, wo Deutschland in der höchsten Gefahr ist, sich zu zersplittern. Um diesen Zweck zu erreichen werde ich kein Opfer scheuen, schon den 17., und 18. war alles vorbereitet, ja schon früher, und keine Macht der Welt würde Mich gezwungen haben, anders zu handeln, wenn ich es nicht für das Glück des Deutschen Volkes nothwendig hielte.
Das Benehmen der Truppen ist über alles Lob erhaben, in meiner Sterbestunde werde ich es Ihnen noch gedenken. Truppen, die das geleistet haben, werden unübertreffliches gegen einen äußeren Feind leisten.
Ich weiß nicht, ob das Verhältniß von Berlin Ihnen bekannt ist, es ist ein ganz abnormes Verhältniß. Es giebt keine Obrigkeit, keinen Magistrat, keine Stadtverordneten und dennoch ist durch den Willen der Bürger das Eigenthum und die Person geschützt.
Meine Person ist niemals sichere gewesen, und Ich habe nicht geglaubt, daß die Berliner solche Anhänglichkeit an mich gehabt haben.

Einzelne Redner, 30-40, selbst bis 50, die versucht haben, Reden zu halten und aufzuregen sind durch Bürger, Jungen von 15 Jahren an bis zu Alten von 60 Jahren verhaftet worden.
Ich habe eine ziemlich bedeutende Truppenmasse versammelt und die Armee so aufgestellt längs den Eisenbahnen, damit sie auf meinen Wink gleich bereit sein kann, in dem Falle nämlich, wenn der Pöbel einen Aufstand gegen die Bürger machte und diese desselben nicht Herr werden könnten. Dann sollen sie die bürger unterstützen, um diesen Aufstand nieder zu halten. So wie es aber jetzt steht, glaube ich nicht daß es nothwendig sein wird. Nur wenn die Bürger es wünschen, würde ich noch näher erwägen, ob die Truppen zurückkehren.

(Nach einer Pause, in welcher General von Rohr dem König etwas zuflüsterte, sagte derselbe):

Aber das kann ja nicht mißverstanden werden. Mißverstehen Sie mich nicht, Ich habe gemeint, daß Meine Person seit dem Augenblick, wo die Truppen Berlin verlassen haben, nie sichere gewesen ist, als jetzt.

Denkwürdigkeiten aus dem leben Leopold von Gerlachs