Der Hauptmann & der alte Fritz

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Well it’s taken a year but I’ve finally got round to reading Wie ich Hauptmann von Köpenick wurde, an interesting little story.
Despite his best efforts Wilhelm Voigt doesn’t come across as a particularly sympathetic figure, most of the time up until the main event is a litany of “I didn’t do it” or “it wasn’t my fault” that would be familiar to any modern copper. Even the actual robbery itself was apparently only carried out so that he could get the passport that had been denied to him by the authorities, in fact he took the money against his will when the clerk insisted. Right.
I liked his reference to Hans Kohlhase, another nice little story previously unknown to me.

Part of the reason for the posting gap (apart from sloth) was my recent trip to Brandenburg an der Havel, a lovely town to which I hope to return later this year. I was disappointed not to be able to find the Bund der Vertriebenen museum, which didn’t appear to be where it said it was, maybe it was me… “Ein Viertel der Stadtbevölkerung hat Vorfahren in Pommern, Ostpreußen beziehungsweise Schlesien oder sind Sudetendeutsche und Donauschwaben.”

While there I took the opportunity to hop on the train and visit Sanssouci for the first time, in the rain unfortunately. The palace tour itself was one of those awful audioguide affairs, which I declined to join in with, but just being there was pleasure enough, although I have to say that Frederician Rococo is a little much for my taste. I also confirmed that the print on my wall of the famous Anton Graff portrait of Frederick is indeed a mirror image, facing right instead of left. Nobody else will know hopefully.
Most of the photos of the interior are enough to make your eyes bleed, but I had to visit the great man himself, here’s the proof. I forgot to bring potatoes, they probably sell them for a tenner each in the tourist shop where I bought my classy fridge magnets.

Adalbert und die Schuhe

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From Kotzebue’s Preussens ältere Geschichte, Volume 1:

Selbst bey Nacht, wenn tiefer Schlaft das ganze Hoflager deckte, schlich er von Kammer zu Kammer, entwandte eines jeden Schuhe, gleichviel ob eines Fürsten oder Thürstehers, und reinigte sie; lange blieb der fromme Dieb verborgen, bis endlich Walther, ein Kämmerer,  ihn überraschte.

So the holy Adalbert nicked peoples’ shoes in the night and cleaned them? Curious behaviour, even for a saint. Reminds me I must polish my DMs tonight…

A mystery…

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I like a mystery.

So according to Lucas David, as reported by Kotzebue in Preussens ältere Geschichte, Band I, a wagonload or so of documents was taken from Königsberg to Krakau in the 16th Century, subsequently captured by the Swedish army (presumably in one of the 17th Century invasions) and taken back to Sweden, possibly to Uppsala University. Rumours from Sweden later alleged that they were destroyed in a fire at Stockholm castle.

Is any of this true, do they still exist? I’d like to know.

Wilhelmine von Preußen

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260 years ago today Wilhemine von Preußen, older sister of Frederick the Great, died in Bayreuth.

I find the following letter (from Ausgewählte Werke Friedrichs des Großen, Erste Band) very  touching, especially as I didn’t know it was written shortly before her death when I first read it. Coming on the same day as the defeat at Hochkirch it’s a tribute to Frederick that he pulled through at all. “Erhalte ich aber schlechte Nachrichten aus Bayreuth, so wird meine Standhaftigkeit unterliegen.”

An die Markgräfin Wilhelmine von Bayreuth
Lager bei Skalitz, 4. August 1758

Wie ich höre, liebe Schwester, geht es dir sehr schlecht. Du kannst dir denken, wie groß meine Besorgnis, mein Kummer, meine Verzweiflung ist.
Habe ich je einen Freundschaftsbeweis von Dir gefordert, hast Du je Liebe für mich empfunden, so bitte ich Dich jetzt um eine Probe davon.  Erhalte Dich am Leben, und wenn es nicht um Deiner selbst Willen ist, so denke: es geschieht für einen Bruder, der Dich anbetet, der Dich als seine Herzensfreundin, als seinen Trost ansieht.  Denke daran, daß Du mir von allen meinen überlebenden Verwandten die teuerste bist.  Ich werde Mittel und Wege finden, mich aller meiner Feinde zu entledigen; ich werde, wenn es dem Himmel gefällt, den Staat aus der Gefahr retten; aber verliere ich Dich, so ist es nicht wieder gutzumachen, und Du selbst stößt mir den Dolch ins Herz.  Alles in der Welt kann sich ändern, aber der Verlust eines Menschen wie Du ist ein unheilbares Unglück.
Bei allem, was Dir lieb und teuer ist, suche Deinen eigenen großen Kummer zu bezwingen und auch den, den wir etwa teilen; vor allem aber erhalte Dich am Leben.  Das meine ist an das Deine geknüpft; ohne Dich wird es mir unerträglich.  Du bist mein Trost, nur Dir allein kann ich mein Herz rückhaltlos öffnen.  Ja Liebe Schwester, entweder kennst Du mich schlecht, oder, wenn Du mich kennst, wirst Du alle Kraft zusammennehmen, um wieder zu genesen.  Du wirst Deine Sorgen beschwichtigen, wirst Dich selbst bezwingen und alles für Deine Gesundheit tun.
Um meinetwillen beunruhige Dich nicht.  Du weißt, die Geschäfte gehen niemals glatt; aber ich versichere Dir, Du sollst gute Nachrichten von unseren Kriegsoperationen erhalten.  Mir geht es gut und wird es gut gehen, wenn ich nur von Deiner Besserung höre.
Erhalte ich aber schlechte Nachrichten aus Bayreuth, so wird meine Standhaftigkeit unterliegen.

 

Einzug der Sieger in Berlin

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Heute vor 152 Jahren: der feierliche Einzug der Sieger in Berlin.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Den heimkehrenden Siegern. *)

Willkommen Euch!  Ihr ruhmgekrönten Krieger!
Willkommen an der Heimath trautem Heerd!
Ihr kehret heim als Helden und als Sieger,
Ihr seid des Lorbeers und der Palme wert.
Das ungemessne Eurer großen Thaten
Ward nicht im Kreis der Voraussicht beraten.

Euch ging ein Held, gar eisenfest und wacker,
Der König Wilhelm ging dem Heer voran,
Des Rosses Hufe stampften Fels und Acker
Nur vorwärts, vorwärts stürmte Mann an Mann
Dem König nach, dem Zollern=Aar, dem starken
Bis an des Feindes Hauptstadt durch die Marken.

Der Siegesflug, der Euch gen Süden führte,
Dem keine Zahl der Feinde widerstand,
Er ist’s, der Preußens Söhne würdig zierte,
An dem wir altes Heldenblut erkannt.
Soll’n wir für solche Thaten ohne Gleichen
Nicht Palm und Lorbeer heut den Siegern reichen?

Der Dank des Vaterlandes Euch zum Lohne,
Im tausendstimm’gen Vivat wird er Euch!
Die Helden zeig’ der Vater seinem Sohne
Und bitte Gott: Er mach’ ihn diesen gleich,
Daß auch einst er auf breiten Ruhmesbahnen
Zum Siege führe unsres Preußens Fahnen.

O jubelt laut an diesem Siegesfeste,
Es ist ein Fest für Preußens Gloria;
Reicht unsren Helden heut das schönste, beste,
Sie bringen Frieden und Viktoria;
Mit ihrem Blut ward Deutschlands Heil erworben,
Drum Ehre denen, die dafür gestorben.

Der wackren Streiter, die in fremder Erde,
Nun schlafen still den langen Todesschlaf,
Sei heut gedacht, daß Trost und Lind’rung werde
All denen, die das Unglück bitter traf;
Sie leben ewig in der Weltgeschichte,
Denn ach, ihr Tod bracht’ uns die Siegesfrüchte.

Deß laßt uns freuen und dem Himmel danken,
Der soviel Segen unsrem Preußen gab;
Laßt uns in Treu’ und Liebe nimmer wanken,
Folgt willig König Wilhelm’s Feldherrnstab.
Erweitert sind des Vaterlandes Grenzen,
Drum seid geschmückt mit deutschen Eichenkränzen.

G.S

*) Aus der Festbeilage zu Nr. 299 des Berliber Fremden= und Anzeigeblatts.